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Näher als wir denken

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Näher als wir denken

In unserem Leben gibt es immer wieder Momente, in denen wir uns isoliert fühlen. Dann kann es schnell passieren, dass wir das Gefühl haben, auf uns allein gestellt zu sein – getrennt von den Menschen und der Welt um uns herum. Allerdings sind wir auch in solchen Momenten viel verbundener, als wir denken.

Zu Beginn dieses Jahres machten sich Bud Reeder und Lentine Alexis auf, um die Verbundenheit zu finden, die sie vermisst hatten. Laut Lentine wollten sie in einer Zeit, in der sie sich kraftlos fühlten, ihrem Leben einen neuen Sinn geben. Und natürlich setzten sie dabei auf das Fahrrad, und zwar nicht nur, weil es einen wesentlichen Bestandteil ihres Lebens bildete, sondern auch, weil sie an die verbindende Kraft des Fahrrads glaubten. So richteten sie ihren Blick auf eine Herausforderung epischen Ausmaßes – ein achttägiges Etappenrennen durch eines der zermürbendsten Mountainbike-Terrains der Welt.

Mit ihrer Teilnahme am ABSA Cape Epic wollten Bud und Lentine andere Frauen auf der ganzen Welt dazu inspirieren, mehr Fahrrad zu fahren. Mehr aber noch als nur reine Inspiration, wollten sie tatsächlich mehr Frauen auf ein Fahrrad setzen. „Wenn du etwas liebst, willst du es auch mit anderen teilen“, sagte Bud. Und genau das taten sie.

Um mehr Frauen dabei zu helfen, dank des Fahrrads einen neuen Weg in ihrem Leben zu beschreiten, schlossen sie sich mit Qhubeka und World Bicycle Relief zusammen. Ihr ehrgeiziges Ziel war es, genug Gelder zu sammeln, um Bewohnern des Townships Kayamandi am Rande der südafrikanischen Stadt Kapstadt 50 Fahrräder zu übergeben.

Qhubeka – was in der Bantu-Sprache Nguni so viel wie „fortfahren“, „weitermachen“ oder „voranschreiten“ bedeutet – ist eine gemeinnützige Organisation, die Menschen im Gegenzug für gemeinschaftliches Engagement, vorbildliche Führungsfunktionen oder hervorragende akademische Leistungen Fahrräder spendet.

Den Tag, an dem Bud und Lentine die Fahrräder nach Kayamandi brachten, werden sie nie vergessen. „Die Geräusche, Gerüche und Bilder, die wir in dem Dorf wahrnahmen, waren überwältigend“, beschrieb Lentine ihre ersten Eindrücke. Auf einer staubigen, unbefestigten Straße, die sich wie eine Schneise durch das Zentrum des Townships wand, wurden sie von Scharen barfüßiger Kinder begeistert empfangen. Begleitet wurde das aufgeregte Treiben von freudigen Umarmungen und dem kollektiven Klang von Fahrradklingeln.

An Orten wie Kayamandi verändern Fahrräder Leben. Unter den Bewohnern, die sich im Rahmen des Programms ein Fahrrad verdient hatten, befand sich eine junge Frau namens Olwethu. Die gutherzige und äußerst intelligente Olwethu geht in die 12. Klasse und lebt zusammen mit ihrer Mutter und ihrer Nichte in einer kleinen Zwei-Zimmer-Hütte mit Wellblechdach. Sie träumt davon, später Ärztin oder Ingenieurin zu werden, und ihr neues Fahrrad wird ihr dabei helfen, ihren Traum zu verwirklichen. Es verkürzt nicht nur die Fahrzeit zur Schule, sondern spart ihr auch die hohen Transportkosten.

Dennoch gibt es noch einige Herausforderungen zu bewältigen.

Da eine Frau auf einem Fahrrad in Kayamandi kein alltäglicher Anblick ist, demonstriert Olwethu jeden Tag aufs Neue eine gehörige Portion Mut, wenn sie mit dem Fahrrad zur Schule fährt, und trägt auf diese Weise dazu bei, die Mission von Bud und Lentine voranzutreiben. Andere junge Frauen in ihrer Gemeinschaft werden Olwethus Mut erkennen und sich vielleicht dazu inspirieren lassen, ihrem Beispiel zu folgen und sich durch Engagement in der Gemeinschaft ein Fahrrad zu verdienen.

Bevor sie Kayamandi verließen, begleiteten Bud und Lentine Olwethu nach Hause, wo ihr neues Fahrrad jetzt an einer Wand vor ihrer Hütte angelehnt steht. Als Olwethu verspricht, dass sie gut auf ihr neues Fahrrad aufpassen und viel Spaß damit haben wird, realisierten Bud und Lentine, wie sehr sie sich durch dieses einfache Gefährt mit Olwethu verbunden fühlten. Auch wenn sie es auf unterschiedliche Weise fahren mögen, ist das Fahrrad im Grunde ein Mittel zur Selbstermächtigung.

Von Kayamandi aus reisten Bud und Lentine zurück nach Kapstadt, wo das Rennen starteten sollte, das der eigentliche Grund für ihre Mission gewesen war. „Zu wissen, dass Olwethu heute Morgen aufwacht und in der Lage ist, sich unabhängig fortzubewegen, und dass sie mit ihrer bewundernswerten Entschlossenheit jetzt voller Stolz durch die Straßen von Kayamandi rollt, lässt mich hoffnungsvoll in die Zukunft blicken. Unsere schier unüberwindbare Aufgabe, den ABSA Cape Epic zu absolvieren, erscheint im Vergleich dazu schon fast wie ein Kinderspiel“, fügte Lentine hinzu.

Vom Start weg waren sie von einer tiefen Verbundenheit mit Olwethu, der jungen Frau aus Kayamandi, und Fahrradfahrern auf der ganzen Welt erfüllt. Und beiden wurde schnell klar, dass es auf ihrer Reise nach Südafrika auch um etwas Anderes gehen sollte: Mut.

Am dritten Tag des knapp 800 Kilometer langen Rennens war Bud in einen Sturz verwickelt, von dem sie nicht einfach aufstehen, sich den Dreck abklopfen und sich wieder in den Sattel schwingen konnte. Durch das in Mitleidenschaft gezogene Knie war sie danach nicht mehr in der Lage, den vollen Druck auf die Pedale auszuüben. Bud aber gab nicht auf. Mit halber Kraft kämpfte sie in einer weiteren Etappe gegen Schmerz, Wind, Sand und Hitze an.

Am vierten Tag pushten sie sich unter der erbarmungslosen Sonne stundenlang durch unnachgiebige Anstiege und rumpelnde Abfahrten, bis die Ziellinie endlich in Sichtweite war. Die Erleichterung, es erneut nach Hause geschafft zu haben, sollte allerdings schnell Enttäuschung weichen – sie hatten das Zeitlimit um gerade einmal zwei Minuten überschritten.

Nachdem sie an der Ziellinie ihre Bikes abgeben mussten, entfernten die Rennoffiziellen ihre Startnummern von den Lenkern. Aus. Geschlagen. Sie durften nicht mehr zur fünften Etappe antreten.

Für die beiden, die ihr Leben lang alles dafür gaben, auf ihren Bikes alle möglichen Herausforderungen zu bewältigen, war es natürlich verheerend, etwas aufgeben zu müssen, worauf sie sich so lange vorbereitet hatten. „Egal wie viel du trainierst, nichts kann dich auf den Moment vorbereiten, an dem du erkennen musst, dass du die Ziellinie niemals erreichen wirst“, sagte Lentine.

Bei Rennen allerdings geht es eben genauso viel darum, mit dem Unberechenbaren zurechtzukommen, wie die erwarteten Herausforderungen zu meistern. In gewisser Hinsicht trifft für alle großen Herausforderungen im Leben dasselbe zu: Es werfen dich nicht die Dinge aus der Bahn, auf die du vorbereitet bist, sondern die, von denen du überrascht wirst.

Obwohl die Story ihrer Reise nach Südafrika eigentlich über das Rennen sein sollte, ging es am Ende, und in einem viel tieferen Sinn, um die verbindende Kraft des Fahrrads. Es war ein Projekt, das sich laut Lentine „zwar um ein Mountainbike-Rennen drehte, aber um etwas viel Größeres, Emotionaleres und Kraftvolleres ging.“

„Die Kraft des Fahrrads ist real“, sagte sie. „Wir sind nach Afrika gekommen, um einer jungen Frau und anderen wie sie zu helfen. Wir wollten ihr etwas geben, das Freiheit und Selbstbemächtigung repräsentiert, etwas, das sie von alleine vielleicht nicht bekommen hätte. Ich glaube, das haben wir erreicht. Und im Gegenzug haben wir von ihr Kraft, Liebe und Verbundenheit erhalten, was wir ohne sie so auch nicht empfunden hätten.“

Die Bilder unserer bedeutsamsten Reisen vergessen wir nie. Für Bud und Lentine sind es die ausdrucksvollen Augen der Kinder, die freudig hinten ihren Fahrrädern hinterherliefen, als sie das Township auf den unebenen Schotterstraßen passierten. Es sind die jungen Mädchen, die Wasserbehälter zurück in ihre Hütten trugen. Es ist der Sonnenuntergang über den Hügeln von Kayamandi und das lange orangefarbene Licht, das er über die Gemeinschaft darunter warf. Und das vielleicht prägendste Bild, das sich für immer in ihr Gedächtnis eingebrannt hat: Olwethu auf ihrem neuen Fahrrad, die Freude in ihrem breiten Lächeln und der Wind in ihrem Haar, als sie in ein neues Leben radelte.

Olwethus neues Fahrrad verkürzt nicht nur die Fahrzeit zur Schule, sondern spart ihr auch die hohen Transportkosten, damit sie ihren Traum von einer Karriere als Ärztin oder Ingenieurin verwirklichen kann. Im Rahmen ihrer Kampagne, das ABSA Cape Epic zu fahren, spendeten Bud und Lentine 50 Fahrräder zugunsten von World Bicycle Relief und Qhubeka. Um mehr darüber zu erfahren, wie auch du Menschen wie Olwethu dabei helfen kannst, ein selbstbestimmteres Leben zu leben, besuche www.qhubeka.org.

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