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Eine Reha ist kein Ersatz für Leidenschaft

Wir alle haben Erinnerungen, die uns immer wieder durch den Kopf gehen. Feierlichkeiten. Triumphe. Missgeschicke. Liebeskummer. Diese Momente erinnern uns daran, wer wir sind, und beeinflussen uns dahingehend, zu was für einer Person wir uns entwickeln. Das ist die Geschichte über einen dieser Momente, über den Weg, der aufgrund dessen eingeschlagen wurde, sowie über die Heilkräfte des Bikes.

Ein kurzer Blick auf die Karriere von Steffi Marth reicht, um zu verstehen, dass sie ein absoluter Bikefan ist. Sie saß schon auf vielen Bikes und ist nicht gerade der Typ, der eine Gelegenheit auslässt. Während sich viele Sportler für eine Disziplin entscheiden, die ihnen ihrer Meinung nach den größten Vorteil bringt, deutet der Lebenslauf der deutschen MTB-Rennfahrerin auf einen weniger kalkulierten, aber von der Begeisterung getriebenen Ansatz hin. Es ist der Ansatz einer Person, die sich in den Sport verliebt hat – einer Person, die stets bestrebt ist, ihren Fahrstil sowie ihre Persönlichkeit weiterzuentwickeln.

Steffi ist für ihre Erfolge im Fourcross (4X) bekannt. Fourcross ist ein schnelles Kopf-an-Kopf-Rennen mit vielen Sprüngen und Anliegern, das nach unglaublichem Mut, aber auch roher Kraft verlangt. Es ist wie BMX, aber die Bikes sind größer und die Geschwindigkeiten höher. Es war die natürliche Weiterentwicklung für Steffi, denn sie begann als Kind mit dem BMX und war bereits eine erfahrene Racerin, als sie einen Gang hochschaltete und zum 4X wechselte. Sie schaffte es bis in den 4X Worldcup, aber als die Popularität dieser Disziplin nachließ, entschied sich Steffi, genau das zu tun, was sie schon immer getan hat: sie nutze ihre Kreativität sowie Fertigkeiten und wechselte in den Enduro- und Downhill-Bereich und versuchte sich auch im Freeride.

Im Sommer 2016 hatte sie sich in der Gravity-Szene einen Namen gemacht und wurde aufgrund ihrer Fahrtechnik-Camps sowie der mitreißenden Leidenschaft für das Mountainbiken als Botschafterin und Vorbild bekannt. Steffi lebte ihren Traum vom Erkunden neuer Orte. Sie pushte sich immer selbst, um sich neue Riding Styles anzueignen und strebte stets ein gesundes Gleichgewicht aus Rennen und Wettkämpfen sowie leidenschaftlichen Projekten und Zeit für Abenteuer an. Der mentale Druck bei Rennen, der bei ihr immer eine gewisse Unruhe auslöste, war zwar noch da, aber Steffi erklärt, dass sie erstmals das Gefühl gehabt hatte, dass das Mountainbiken zu ihrem mächtigsten Instrument für die Selbstentfaltung wurde sowie eine unglaubliche Gelegenheit darstellte, andere zu inspirieren und ihnen den wichtigsten Teil ihres Lebens näher zu bringen. Die Dinge entwickelten sich gut und ein weiteres großes Abenteuer stand bevor.

Steffi hatte einen 4-wöchigen Trip nach British Columbia geplant, den sie mit einer starken Vorstellung bei Crankworx Whistler einleiten wollte. Einer ihrer Leitsprüche lautet „FOMO“ und steht für Fear of Missing Out – die Angst, etwas zu verpassen. Einen Tag vor dem geplanten Abflug nach Kanada, fraß sich „FOMO“ in ihren Kopf und sie traf die spontane Entscheidung an der deutschen 4X Meisterschaft teilzunehmen. Damals wusste sie jedoch nicht, dass diese Entscheidung einer der Momente sein würde, der ihr in den nächsten Jahren immer wieder durch den Kopf gehen wird. Das Rennen lief nicht nach Plan.

Mountainbiken ist ein atemberaubender Sport, aber nicht ohne jegliches Risiko. Als Profi-Bikerin hatte Steffi bereits einige Stürze zu überstehen. Das Jahr zuvor hatte sie einen bösen Sturz beim DH-Worldcup-Rennen in Lourdes. Blutige Schienbeine nach einem harten Rennen und das Brennen beim Entfernen von Steinen aus den Wunden ist sie gewohnt. Bei der deutschen 4X Meisterschaft lag Steffi in der Anfahrt auf einen großen Step-down-Sprung in Führung. Sie hatte den Sprung zuvor bereits mehrere Mal problemlos gemeistert und beschreibt ihre damalige Einstellung in wenigen Worten: „Kein Grund zur Sorge.“ Doch dieses Mal ging etwas schief. Der Sturz führte zu einem schwerwiegenden Nervenschaden an ihrer Hand. Das Rennen war verloren, aber in diesem Moment befürchtete sie, dass sie noch viel mehr verloren hatte – die Fähigkeit, einen Lenker zu greifen und jemals wieder Biken zu können. Die Reise nach Kanada konnte sie nicht antreten und statt einer erlebnisreichen Reiseroute musste sie sich mit einem stattlichen Terminplan an Operationen und Arztterminen auseinandersetzen. Mehrere Operationen konnten die erheblichen Schäden an Steffis Ulnarisnerv nicht beheben. Aber sie wollte nicht akzeptieren, dass ein einziger Fehler ihr das Leben nehmen konnte, das sie so sehr liebte und in das sie so viel harte Arbeit gesteckt hat, um es zu verwirklichen. Sie wollte auch weiterhin an Wettbewerben teilnehmen und andere Personen durch das Mountainbiken inspirieren.

Als Steffi mitgeteilt wurde, dass eine Knochentransplantation durchgeführt werden soll, die sie aber mindestens eine weitere Saison außer Gefecht setzen und zudem eine Heilung nicht garantieren würde, begann sie selbst nach Alternativen zu suchen. Als eine sich erholende Akademikerin, die vor kurzem ihren Master-Studiengang erfolgreich abgeschlossen hatte, begann sie damit sich in die Materie einzulesen und verwendete ihre ganze Energie, Möglichkeiten zu recherchieren, um wieder gesund zu werden. Sie gibt zu, dass das sehr mühsam war und nicht zu dem erhofften Ergebnis führte. Gegen den Rat ihrer Ärzte, implementierte Steffi ihren ganz eigenen Reha-Plan und sie setzte dabei auf die einzige Medizin, die ihrer Meinung nach helfen würde. Steffi traf die Entscheidung, sich wieder auf ihr Bike zu setzen, trotz der Schmerzen und dem Risiko weiterer Verletzungen.

„Ich hatte das Gefühl, dass wenn ich jemals wieder gesund werden will, muss ich aus dem deprimierenden sowie inaktiven Lebensstil der Rehabilitation und Krankenhaustermine ausbrechen und wieder das machen, was mir wirklich Spaß macht – Bikes und Sonne“, erklärt sie. Steffi wurde von ihrer Reiselust gepackt und flog nach Kalifornien, um bei gemütlichen Trail-Touren den Kopf freizubekommen. Auch wenn dieser Plan nicht zur Heilung ihrer Hand führen würde, wusste sie, dass dies die einzige Sache ist, die ihre Seele heilen könnte.

Jeder fährt aus einem anderen Grund Bike. Es gibt jedoch einige Elemente dieser Erfahrung, die eine universelle Anziehungskraft haben. Aber letztendlich können alle Podiumsplätze oder Trophäen dieser Welt die einfache Freude einer Runde auf dem Trail nicht ersetzen. In der Tat waren es die grundlegendsten Dinge des Fahrradfahrens, die die größten Heilungseffekte für Steffi hatten, als sie wieder auf dem Bike saß. Das klare Klacken beim Wechseln der Gänge. Das Summen der Kette. Der Wind in ihrem Gesicht. Steffis Geschichte zeigt, welche Auswirkungen das Gefühl von Freiheit und Erleichterung haben kann und wie manchmal ein Rückschritt nötig ist, um seine Leidenschaft wieder neu zu entdecken.

Schließlich ist die Zeit für Steffi gekommen, um für ihren Arzttermin, den Sie unheilvoll als den „Tag des jüngsten Gerichts“ getauft hat, nach Deutschland zurückkehren musste. Auch wenn das Biken in Kalifornien ihr gezeigt hat, dass sie auch ohne das Rennenfahren weiterleben kann, fürchtet sie dennoch die Testergebnisse. Aber dann sah sie den überraschten Gesichtsausdruck des Neurologen.

Bemerkenswerterweise zeigte Steffis Ulnarisnerv erstmals seit ihrem Unfall Anzeichen einer Erholung. Ihr wurde gesagt, dass sie ab sofort wieder so viel Biken kann wie sie möchte. Gerade einmal ein Jahr nach ihrem Sturz, tritt sie ihren Weg zurück in den Rennsport an, wobei die einzige sichtbare Erinnerung eine maßgefertigte Handgelenksschiene ist, die sie jetzt immer beim Biken trägt. Sie ist eine Erinnerung an die Risiken, die sie weiterhin eingehen wird, aber auch ein Hinweis an alle anderen Personen, dass sie selbst bei den schwierigsten und unerwartetsten Herausforderungen durchhalten wird, solange sie weiterhin an einem wunderschönen Sonnentag mit ihrem Bike unterwegs sein kann.

Wir werden wohl niemals mit absoluter Sicherheit wissen, ob das Mountainbiken der Grund dafür war, dass Steffis Hand begann, sich zu erholen. Aber ihre Geschichte ist ein starkes Statement über das immense Heilungspotenzial, wenn man tut, was man liebt. Es braucht jedoch keine unglückliche Verletzung, um in den Genuss der therapeutischen Effekte des Radfahrens zu kommen. Wir würden niemanden dazu ermutigen, den Rat eines Mediziners zu missachten, aber für Steffi waren Bikes wirklich die beste Medizin. In ihrem Fall heilte das Fahrrad die Verletzung, die geheilt werden musste.

Wie unzählige andere, weiß Steffi, welche heilende Wirkung ein paar Tritte in die Pedale haben können und Sorgen vergessen lassen. Das ist jedoch nicht selbstverständlich. Nutze also die Herausforderungen eines Anstiegs, um auf andere Gedanken zu kommen, und ziehe Kraft aus dem Flow einer steilen Abfahrt. Sorge für ein paar schöne Erinnerungen und verinnerliche diese Gefühle. Schnapp dir dein Bike und fahr los. In schwierigen Momenten kannst du dich dann immer an diese schönen Augenblicke und Inspirationen erinnern. Immer und immer wieder.

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